Mittwoch, 25. März 2026

Seewasserleitung am GZH wird verlegt

Auf der GZH Baustelle geht es voran. Für eine Wärmepumpenanlage wird eine neue Seewasserleitung verlegt. Dadurch kann in Zukunft die thermische Energie des Bodensees für die Wärme- und Kälteerzeugung des Gebäudes genutzt werden. Aber wie genau läuft das Verlegen der Seewasserleitung eigentlich ab?

2 Männer auf einer Baustelle, rechts ist eine Bohrgestänge sichtbar
Hannes Haueis (links), Schenk AG Heldswil und Fachplaner Holger Greiner am Ort des Geschehens: Mit einer Bohranlage (im Hintergrund) wird ein Bohrgestänge (im Vordergrund) mit Bohrkopf durch den Seegrund vorangetrieben. (Foto: Stadt Friedrichshafen)

Im ersten Schritt wurden der gewünschte Leitungsverlauf geplant und mögliche Hindernisse lokalisiert. Daraufhin fand eine Pilotbohrung statt, die den Weg für den Rohreinzug frei macht. Dabei wird eine Bohrspülung bis zum Kopf der Bohrstange gepumpt, die den Bohrkanal stabilisiert und abdichtet. Die Bohrung wird zu diesem Zeitpunkt noch nicht bis in den See erstellt, damit keine Bohrspülung in das Seewasser gelangt. 

Im nächsten Schritt wird der ursprüngliche Bohrkopf entfernt und mit einem Aufweitkopf ersetzt. Durch Stoß- und Drehbewegungen wird der Bohrkanal der Pilotbohrung auf den gewünschten Durchmesser aufgeweitet. Auch die Aufweitung wird gestoppt, bevor die Bohrung am Seegrund austritt.

Nachdem der gewünschte Durchmesser erreicht wurde, wird im dritten Schritt die Bohrung bis in den See fertiggestellt.

Sobald die Bohrung abgeschlossen ist – voraussichtlich in den nächsten Wochen – wird die insgesamt 850 Meter lange Seewasserleitung am Flughafen St. Gallen-Altenrhein zusammengeschweißt. Anschließend wird sie in einem Stück mit einem Schiff und einem Begleitboot über den Bodensee zum Einbauort 700 m von der Uferlinie entfernt geschleppt. An der Seeoberfläche wird die Seewasserleitung dann mit dem Aufweitkopf der Bohrung gekoppelt und mit Gewichten beschwert. Sie wird in 12 Metern Tiefe eingeführt und durch den im Vorfeld erstellten Kanal bis ans Land zum Pumpenhaus vor dem GZH gezogen. Nach 700 m im Seeboden verläuft die Seewasserleitung frei auf dem Seegrund. Taucher werden dort die Leitung auf einer Länge von 150 Metern mit Betonschalen fixieren. 

Für Transport, Einzug und Fertigmontage der Seewasserleitung sind ruhiges Wetter und eine glatte Seeoberfläche erforderlich. Während des Einbaus der Seewasserleitung wird die Bodenseeschifffahrt kurzzeitig umgeleitet. 

Weitere Informationen zur energetischen Sanierung und den GZH-Baumaßnahmen unter: https://www.friedrichshafen.de/gzh-sanierung.

Alle Bilder