Jugendliche diskutieren und erleben Demokratie
Wie funktioniert Demokratie – und welche Themen bewegen junge Menschen vor Ort? Mit verschiedenen Angeboten hat die Demokratiewoche Schülerinnen und Schüler dazu eingeladen, sich genau damit auseinanderzusetzen. Workshops, Planspiele und offene Gesprächsformate boten Raum für Austausch, Diskussion und eigene Meinungen.
Demokratieworkshop „Deine Stimme, dein Länd“
Ein zentraler Programmpunkt war der Demokratieworkshop „Deine Stimme, dein Länd“ der Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg (SKJB). Teilgenommen hat eine interessierte Klasse der Ludwig-Dürr-Schule mit Schülerinnen und Schülern im Alter von 15 bis 16 Jahren. Geleitet wurde der Workshop von zwei Studenten aus Konstanz und Stuttgart, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit engagieren.
Gemeinsam wurden grundlegende Fragen geklärt: Was ist der Landtag und was sind Parteien? Wann ist eine Wahl und wer darf wählen oder gewählt werden? Wie läuft eine Wahl ab und wo finden sich Informationen zu Parteien und Kandidierenden? Zum Abschluss sammelten die Jugendlichen Themen, die ihnen selbst wichtig sind – darunter Aufenthaltsmöglichkeiten im Freien, eine gute Gesundheitsversorgung vor Ort oder lebendige Innenstädte mit Geschäften.
„Ich fand den Workshop wirklich super gemacht. Die Studenten waren sehr kompetent und konnten alle Fragen souverän beantworten“, sagt Sarah Kessler von der Schulsozialarbeit der Merianschule.
Planspiel „Quararo“
Auch das Planspiel „Quararo“ brachte Demokratie praxisnah in den Unterricht. Insgesamt nahmen sechs Schülergruppen von der Claude-Dornier-Schule, dem Karl-Maybach-Gymnasium, dem Graf-Zeppelin-Gymnasium, der Graf-Soden-Schule und der Schreienesch-Schule teil.
Im Spiel treffen die Schülerinnen und Schüler selbst Entscheidungen, diskutieren miteinander und stimmen über Regeln ab. Ziel ist es, demokratische Prozesse zu erleben und zu verstehen, wie Entscheidungen in einer Gemeinschaft entstehen. Die Beteiligung war sehr engagiert, viele Diskussionen drehten sich um Fairness und Regeln.
„Es war spannend zu sehen, wie schnell die Schülerinnen und Schüler verstanden haben, warum Regeln und Mitbestimmung in einer Gemeinschaft wichtig sind“, berichtet Sejla Hamzic von der Schulsozialarbeit der Merianschule.
Auch Karoline von Dewitz von der Schulsozialarbeit des Graf-Zeppelin-Gymnasiums hebt hervor, dass das Spiel wichtige Fragen aufwirft: „Wann ist eine Entscheidung, eine gute Entscheidung? Die Jugendlichen können dabei ganz praktisch erfahren, ob wirklich alle gehört wurden und ob jede und jeder seine Meinung einbringen konnte.“
Begriffe wie Meinungsfreiheit, Minderheitenschutz und Gerechtigkeit wurden dabei intensiv diskutiert. Von den Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern gab es durchweg positive Rückmeldungen. Laut Daniela Endres von der Schulsozialarbeit des Karl-Maybach-Gymnasiums entstanden ernsthafte Diskussionen über individuelle Standpunkte.
Besuch beim Jugendparlament und „Pizza und Politik“
Neben den schulischen Angeboten fand auch eine Sitzung des Jugendparlaments statt. Beim offenen Format „Pizza und Politik“ in der MOLKE kamen sechs Mitglieder des Jugendparlaments und des Kreisjugendrats mit Gästen ins Gespräch. Rund 15 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit zum Austausch – bei Pizza und in ungezwungener Atmosphäre. „Ich finde, es ist ein gelungenes Angebot“, sagt Sophia Wegis, Beauftragte für Jugendbeteiligung der Stadt Friedrichshafen.
Meinungen der Jugendlichen
Auch von den Jugendlichen kamen viele positive Rückmeldungen wie: „Es hat sehr viel Spaß gemacht, Entscheidungsmöglichkeiten auszuprobieren“ oder „Das Quararo-Spiel war eine gute Abwechslung zum normalen Schultag. Als Gruppe Entscheidungen zu treffen, war spannend.“ Oder „Sehr schönes Event mit kompetenten und freundlichen Spielleitern. Ich hätte mir teilweise kontroversere Fragen gewünscht, so dass eine offenere Diskussion aufgekommen wäre.“
Insgesamt zeigte die Demokratiewoche: Wenn Jugendliche die Möglichkeit bekommen, mitzudiskutieren und selbst Entscheidungen zu treffen, entstehen lebendige Gespräche über Demokratie, Mitbestimmung und die Themen, die ihnen wirklich wichtig sind.