Gemeinsam statt nebeneinander
In der städtischen Flüchtlingsunterkunft in der Müllerstraße fand ein ganz besonderes Nachmittagsprojekt unter dem Titel „Stark sein für sich und andere“ in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaftsschule Graf Soden statt. Ziel des Projektes war es, den Schülerinnen und den Schülern einen Einblick in das Berufsfeld des Integrationsmanagements zu geben und gleichzeitig Begegnungen zwischen jungen Menschen und geflüchteten Bewohnerinnen und Bewohnern zu ermöglichen.

Insgesamt nahmen zwölf Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit einer Lehrkraft sowie zehn Bewohnerinnen und Bewohner an dem Projekt teil. Einige der Jugendlichen haben selbst familiäre Migrationsgeschichten, zum Beispiel aus der Türkei, Albanien und weiteren Staaten. Gerade deshalb war das Interesse groß, sich aktiv einzubringen und andere Menschen kennenzulernen.
Über einen Zeitraum von zehn Terminen – von November 2025 bis März 2026 – fanden regelmäßige Treffen in der Unterkunft statt. Dabei stand vor allem das gemeinsame Miteinander im Mittelpunkt.
Die Jugendlichen unterstützten unter anderem beim Deutschlernen, halfen bei Hausaufgaben und verbrachten Zeit mit den Kindern. Es wurde gemeinsam gespielt, gebastelt und gemalt. Ein besonderes Highlight war das gemeinsame Plätzchenbacken, bei welchem die Unterkunft weihnachtlich geschmückt wurde. Außerdem konnten einige Bewohnerinnen und Bewohner bei einem Besuch in der Gemeinschaftsschule Graf Soden einen Einblick in den Schulalltag gewinnen und die Räumlichkeiten der Schule kennenlernen. Abschluss des Projektes war eine gesellige Abschiedsfeier in der Schule.
Das Projekt zeigt, wie Integration im Alltag funktionieren kann. Durch Begegnung, Gespräche und gemeinsame Aktivitäten. Die Jugendlichen konnten praktische Erfahrungen sammeln, Verantwortung übernehmen und ihre sozialen sowie interkulturellen Kompetenzen stärken. Gleichzeitig erhielten die Bewohnerinnen und Bewohner Unterstützung im Alltag und die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und Deutsch zu üben.
Auch das Feedback fiel sehr positiv aus. Die Bewohner und Bewohnerinnen freuten sich über die Besuche und waren dankbar für die Unterstützung und die gemeinsame Zeit.
Die zuständige Integrationsmanagerin, Frau Fung In Tai, beschreibt die Atmosphäre während der Treffen als besonders offen und entspannt: „Die Nachmittage waren sehr harmonisch. Es war eine schöne Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Gerade für die Kinder war es toll, dass sich die Schülerinnen und Schüler dermaßen engagiert um sie gekümmert haben.“ Auch ein Schüler, Milos, berichtet: „Ich fand dieses Projekt besonders, weil es mir gezeigt hat, wie Menschen aus völlig anderen Ländern leben und welche Geschichten sie haben. Ihre Erlebnisse zu hören war sehr schön, aber manchmal auch traurig.“
Frau Weber, Amtsleitung des Amtes für Gesellschaft, Bildung und Soziales betont: „Vielen Dank an die Gemeinschaftsschule Graf Soden, für die erfolgreiche Zusammenarbeit. Gemeinsam konnten wir einen Raum voller Begegnung und gemeinsamer Momente schaffen.“
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, Integration gelingt am besten, wenn Menschen aufeinander zugehen, offen sind für Neues und Unbekanntes, voneinander lernen und miteinander Zeit verbringen.