Erweiterung von Liebherr-Aerospace in Adelheidstraße
Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung am Mittwoch, 22. Juli dem Antrag der Firma Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH auf die Einleitung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens zu. Das Verfahren betrifft das Werksgelände an der Adelheidstraße im Osten Friedrichshafens.
„Für Friedrichshafen ist es von großer Bedeutung, dass wir der Firma Liebherr die Möglichkeit bieten können, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln“, betont Oberbürgermeister Simon Blümcke. „So schaffen wir die Voraussetzungen dafür, bestehende Arbeitsplätze langfristig zu sichern und der Firma Liebherr neue Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung und neue Arbeitsplätze zu eröffnen.“
Liebherr-Aerospace plant, seinen Standort in der Adelheidstraße zu erweitern und die bestehenden Gebäude zu verdichten. Dafür soll das Grundstück des benachbarten Aldi-Marktes erworben werden. Nach Angaben des Unternehmens sollen mit der Erweiterung die Produktionsabläufe verbessert und ausgebaut sowie die Produktion und die Verwaltung räumlich getrennt werden. Damit will Liebherr-Aerospace die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts langfristig sichern. Gleichzeitig soll der steigende Bedarf an Stellplätzen gedeckt werden.
Auf dem bisherigen Aldi-Grundstück sind ein sechsgeschossiges Bürogebäude, oberirdische Stellplätze sowie ein siebenstöckiges Parkhaus vorgesehen. Die bestehenden Produktionshallen bleiben weitgehend erhalten. An die Halle 2 soll eine weitere Produktionshalle angebaut werden.
Im nördlichen Bereich ist auf dem bisherigen Mitarbeiterparkplatz eine weitere Produktionshalle geplant. Die bestehende Halle im Nordosten soll in zwei Bauabschnitten durch einen Neubau, der die neue Produktionshalle verlängert, ersetzt werden. Die Umsetzung des Gesamtprojekts ist in mehreren Bauabschnitten vorgesehen.
Im Zuge der Entwicklung soll auch die bisher öffentliche Wendeanlage des Gewerbegebiets Dietostraße in das Werksgelände integriert werden. Für die ansässigen Gewerbebetriebe ist weiterhin eine Wendemöglichkeit zur Verfügung zu stellen.
Unabhängig vom Bebauungsplanverfahren prüft die Stadt einen direkten Anschluss des Gewerbegebiets an die Ravensburger Straße (B 30). Ein solcher Anschluss gilt aus städtebaulicher und verkehrlicher Sicht als sinnvoll, ist jedoch nicht Bestandteil des aktuellen Verfahrens. Da die Bundesstraße außerhalb der Ortsdurchfahrt liegt, muss das Regierungspräsidium Tübingen einem möglichen Anschluss zustimmen.
Der derzeit gültige Bebauungsplan „Dietostraße III“ aus dem Jahr 1975 setzt für das Gebiet ein Gewerbegebiet mit einer maximalen Gebäudehöhe von zwei Vollgeschossen sowie weiteren Vorgaben zur baulichen Nutzung fest. Diese Festsetzungen reichen für das geplante Vorhaben nicht aus. Deshalb sollen unter anderem die zulässigen Gebäudehöhen und die überbaubaren Grundstücksflächen angepasst werden.
Mit der Nachverdichtung sollen die derzeit rund 350 Arbeitsplätze am Standort nicht nur gesichert, sondern ausgebaut werden. Nach Angaben des Unternehmens kann so die Produktionskapazität erhöht werden. Zudem soll der bisherige Parkplatz durch ein Parkhaus mit rund 220 Stellplätzen ersetzt werden. Lediglich im Bereich des neuen Bürogebäudes sind etwa zehn oberirdische Stellplätze vorgesehen.
Möglich wird die Entwicklung, weil der Aldi-Markt von der Dietostraße an den Standort Colsman-Knoten verlagert wird.
Mit den nächsten Schritten soll im Herbst 2026 begonnen werden: Vorbereitung des Aufstellungs- und Entwurfsbeschluss für einen Bebauungsplan der Innenentwicklung, Untersuchungen zum Lärmschutz, zur Höhenverträglichkeit mit den Belangen des Flugverkehrs sowie zu den Rettungswegen für die Feuerwehr. Für Frühjahr/Sommer 2027 ist dann der Satzungsbeschluss geplant.
Weitere Informationen und alle Vorlagen zu den aktuellen öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse sind unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de zu finden.