Mittwoch, 10. August 2022

Zeppelin-Kalender 2023: Wohliges Dahinschweben

Als „wohliges Dahinschweben“ beschrieb der Schriftsteller Hermann Hesse 1911 seine Fahrt mit dem Zeppelin. Dieses wohlige Dahinschweben soll beim Betrachten der zwölf Bilder des neuen Zeppelin-Kalenders nachempfunden werden: 2023 nimmt er die Luftschiffe der Deutschen Luftschiffahrts AG (DELAG) und ihre Fahrten von 1910 bis 1914 motivisch auf. Die DELAG war nicht nur das erste Luftverkehrsunternehmen der Welt, sie betrieb auch den ersten Passagierverkehr mit Zeppelin-Luftschiffen. Erhältlich ist der Kalender ab 10. August im Shop des Zeppelin Museums.
Vier Personen stehen vor der Gondel des Zeppelin

Am 16. November 1909 wurde die Deutsche Luftschiffahrts AG (DELAG) als weltweit erste Luftverkehrsgesellschaft gegründet. Treibende Kraft war der Geschäftsführer der Luftschiffbau Zeppelin GmbH Alfred Colsman. Er hatte es sich zum Ziel gemacht, Passagierfahrten mit Luftschiffen zwischen größeren deutschen Städten anzubieten, um der Zeppelin-Werft weitere Bauaufträge zu sichern. Alle Luftschifffahrten, die man bis dahin durchgeführt hatte, trugen jedoch Versuchscharakter und endeten nicht selten mit einer Notlandung. Die öffentliche Stimmung schlug dennoch schnell in eine Zeppelin-Euphorie um, da sich bekannte Persönlichkeiten wie der König und die Königin von Württemberg oder der preußische Kronprinz als Passagiere zur Verfügung stellten. Mehrere Städte beteiligten sich daraufhin finanziell an Colsmans Vorhaben und es entstanden Luftschiffhallen in Baden-Baden, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gotha, Hamburg, Leipzig und Potsdam.

Das erste DELAG-Schiff, das auf den Namen Deutschland getaufte Luftschiff LZ 7, war in Düsseldorf stationiert. Bei seiner siebten Fahrt strandete es im Teutoburger Wald und musste abgerüstet werden. Als Ersatz übernahm die DELAG das Luftschiff LZ 6, das eigentlich für den militärischen Einsatz vorgesehen war. Es wurde mit einer Passagiergondel versehen und führte von Baden-Baden aus etliche Rundfahrten durch, bis es im September 1910 bei Wartungsarbeiten in der Halle verbrannte. 24 Fahrten unternahm ab März 1911 das Luftschiff LZ 8, bevor es seinen Dienst einstellen musste. Mit dem Luftschiff LZ 10 Schwaben ging es dann endlich aufwärts: Ab Juni 1911 machte es 224 Fahrten von Baden-Oos, Gotha, Düsseldorf, Berlin-Johannistal, Potsdam und Frankfurt am Main aus, bei denen insgesamt 4.354 Personen befördert wurden. 1913 wurde das Fahrtangebot mit dem Luftschiff LZ 17 Sachsen auf den Osten Deutschlands ausgedehnt. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte es zahlreiche Rund-, Ziel- und Landungsfahrten aus.

Diese ersten Passagierluftschiffe hatten eine Fahrgastkabine, die zwischen den beiden Motorgondeln unterhalb des Schiffskörpers angebracht war und Platz für 20 bis 25 Personen bot. Die Metallteile des Kabinengerüstes waren mit Mahagoni umkleidet, die Decke bestand aus Mahagoni-Furnieren. Sogar ein Toilettenraum mit fließendem Wasser befand sich am hinteren Ende der Passagierkabine. Große Klappfenster gestatteten einen Ausblick nach allen Seiten. Man saß auf leichten Korbstühlen, kalte Küche und Getränke wurden serviert. Hermann Hesse, der einmal die Gelegenheit hatte, eine Rundfahrt mit der Schwaben zu machen, schrieb: „Wenn der Deutsche sich sehr erhoben fühlt, so trinkt er Sekt, und Sekt war auch im Luftschiff zu haben und wurde hübsch und nett serviert, und er war auch sehr gut, aber ich fand diese Beigabe doch als das einzige Stillose und Entbehrliche an der Fahrt.“

Zwölf Motive aus dem Fundus des Zeppelin Archivs lassen das von Hesse als „wohliges Dahinschweben“ bezeichnete Fahren mit den Luftschiffen der DELAG wieder aufleben: Schweben Sie mit LZ 11 Viktoria über einer Segelregatta bei der Kieler Woche von 1912, erleben Sie die Einfahrt der LZ 10 Schwaben in die Halle in Baden-Oos, sehen Sie die LZ 7 Schwaben bei einem Start und in der Halle in Friedrichshafen und Baden-Oos, oder die LZ 17 Sachsen bei einer Zwischenlandung von Schaulustigen umgeben. Sehen Sie Graf Zeppelin im Gespräch mit dem König von Württemberg unter der Passagiergondel von LZ 17 Sachsen im Jahr 1913/14 oder die LZ 8 Deutschland nach der Kollision mit der Luftschiffhalle in Düsseldorf.

Ein ausführlicher Begleittext und Bildunterschriften von Barbara Waibel, Leiterin des Zeppelin Archivs, informieren auf der letzten Kalenderseite über die einzigartigen Fahrten der DELAG Luftschiffe. Die Motive zeigen die Begeisterung der Menschen über das neue Luftfahrzeug und den völlig neuen Blick von oben.

Erhältlich ist der Zeppelin-Kalender 2023 ab 10. August im Shop des Zeppelin Museums (UVP: 32 Euro). Mitglieder des Freundeskreises zur Förderung des Zeppelin Museums erhalten den Kalender zum Sonderpreis.

Alle Informationen zur Bestellung sowie eine Motivübersicht erhalten Interessierte vor Ort und online im Shop des Zeppelin Museums, unter 07541 3801-0 oder via .

Quelle: Zeppelin Museum Friedrichshafen GmbH