Donnerstag, 07. Oktober 2021

Friedrichshafen ist und bleibt „Fairtrade-Town“

Alle zwei Jahre gilt es für die Stadt zu beweisen, dass sie weiterhin guten Grund hat, sich als eine Stadt des Fairen Handels, als „Fairtrade-Town“ zu bezeichnen. Das ist ihr auch 2021 wieder gelungen.
Urkundenübergabe Fairtrade-Town
Gruppenbild mit Häfler Fairtrade-Akteuren: Tobias Meyer-Landrut (Zukunftsbüro der Zeppelin Universität), Matthias Eckmann (studentischer Vizepräsident der Zeppelin Universität), Margret Halder (Verein Eine Welt Friedrichshafen), Jürgen Schock (Stadt Friedrichshafen, Abteilung Landschaftsplanung und Umwelt), Sr. Christa-Maria Günther, (Mädchen- und Jungenrealschule St. Elisabeth), Danijela Paloš (Fairtrade AG der Gemeinschaftsschule Schreienesch), Barbara Wagner (Bildungsreferentin, Verein Eine Welt Friedrichshafen), Erster Bürgermeister Fabian Müller (Stadt Friedrichshafen), Simone Kegelmann (Eine-Welt-Regionalpromoterin), Sabine Bold und Peter Rothe (v2o bio bistro und greenbox Bioladen & Bistro)

Der Verein TransFair, der den Titel verleiht, hat die Urkunde „Fairtrade-Town“ erneut verliehen und bestätigt, dass alle Kriterien, die für das Führen dieses Titels notwendig sind, wiederum erfüllt wurden. Bei der offiziellen Verleihung am 7. Oktober 2021 betonte Erster Bürgermeister Fabian Müller: „Friedrichshafen wurde im September 2015 erstmals als Fairtrade-Stadt zertifiziert. 2017 folgte die erste Titelerneuerung, heute können wir bereits die vierte Auszeichnung als Stadt des Fairen Handels feiern.“ Für ihn ist die erneute Titelverleihung auch eine kommunalpolitische Erfolgsgeschichte, weil Gemeinderat und Verwaltung die Aufgabe von Anfang an mit Schwung unterstützen und begleiten. „Aber es sind eben auch die vielen engagierten Menschen vor Ort, die zum Erfolg beitragen: Allen voran der Verein Eine Welt e. V. und der von ihm betriebene Weltladen, die vielen Einzelhändler und Gastronomen, die Fairtrade-Produkte verkaufen oder servieren und die Schulen, Kirchengemeinden, Vereine sowie die Medien, die immer wieder über deren Aktivitäten berichten.“

Gerade im Bereich der Schulen nimmt Friedrichshafen im Vergleich mit anderen Fairtrade-Städten einen Spitzenplatz ein: Bereits fünf Schulen sind als Fairtrade-Schools zertifiziert: Mädchen- und Jungenrealschule St. Elisabeth, Gemeinschaftsschule Schreienesch, Graf-Zeppelin-Gymnasium, Droste-Hülshoff-Schule und Claude-Dornier-Schule. Auch an der Bodenseeschule St. Martin gibt es Fairtrade-Aktivitäten, allerdings keine Zertifizierung. Seit Oktober 2019 ist außerdem die Zeppelin Universität als FairTrade-University ausgezeichnet.

Bereits seit 1998 gibt es den Friedrichshafener Agenda-Kaffee‚ Café Friederico. Der Café Friederico wird über den Weltladen des Vereins Eine Welt vertrieben, dort bezieht die Stadtverwaltung auch selbst Kaffee und Snacks zum Beispiel für Gemeinderatssitzungen, aber auch Geschenke für Jubilare. Bereits 2008 hatte der Gemeinderat den Beschluss gegen die Beschaffung von Produkten aus ausbeuterischer Kinderarbeit gefasst.

„Durch ihr Engagement für den fairen Handel vor Ort nimmt die Stadt Friedrichshafen eine Vorreiterrolle ein“, heißt es in der Titelurkunde. Und weiter: „Dies setzt ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt, indem Friedrichshafen dazu beiträgt, dass durch faire Handelsbeziehungen den benachteiligten Produzentengruppen im Süden zu einem verbesserten Einkommen verholfen wird.“ Mit der erneut erfolgreichen Titelverleihung darf sich die Stadt nun weitere zwei Jahre lang als „Fairtrade-Stadt“ bezeichnen.

Bei der Prüfung werden fünf Kriterien unter die Lupe genommen:

1. Es muss ein Ratsbeschluss zur Bewerbung als „Fairtrade-Stadt“ vorliegen. Dieser wurde im März 2015 durch den Häfler Gemeinderat gefasst.

2. Eine Steuerungsgruppe muss gegründet werden, die den gesamten Prozess begleitet. In Friedrichshafen gibt es diese bereits seit 2014.

3. Entsprechend der Einwohnerzahl muss die Stadt zwölf Einzelhändler und sechs Gastronomen mit jeweils mindestens zwei Fairtrade-Produkten nachweisen. In Friedrichshafen machen aktuell 22 Einzelhändler und sechs Gastronomiebetriebe mit, die auch in dem Flyer „Fair Einkaufen in Friedrichshafen“ zu finden sind.

4. Die Menschen vor Ort müssen mitgenommen werden: In Friedrichshafen muss mindestens eine Schule, ein Verein und eine Kirchengemeinde für Aktionen zum Fairen Handel gewonnen werden. Tatsächlich sind es inzwischen acht Schulen, sechs Vereine und acht Kirchengemeinden, die mitmachen. Fünf der sechs Schulen sind inzwischen als Fairtrade-Schulen zertifiziert, nur in St. Georgen und Stuttgart sind gleich viel oder mehr Schulen zertifiziert. Die Zeppelin Universität ist eine von wenigen Universitäten in Deutschland, die ebenfalls zertifiziert ist.

5. Berichterstattung in den Medien: Friedrichshafen muss mindestens vier Artikel zur Fairtrade-Kampagne jährlich nachweisen – eine Quote die dank der vielfältigen Medienlandschaft in Friedrichshafen weit übertroffen wird.

Infos zum fairen Engagement der Stadt und der Einkaufsführer Fairer Handel sind zu finden unter www.fairtrade.friedrichshafen.de.

 

Meilensteine der Fairtrade-Stadt FN (Auszug)

Sept. 2015 Friedrichshafen wird zur Fairtrade-Stadt ausgezeichnet

2016 St. Elisabeth 1. Fairtrade-Schule in Friedrichshafen

Okt. 2017 1. Rezertifizierungs-Feier  beim Verkaufsoffenen Sonntag mit Fairtrade-Bühne
- Mit vielen Akteuren: Titelverleihung Graf-Zeppelin-Gymnasium wird Fairtrade-Schule
- Performance zum Fairen Handel mit Schülerinnen und Schülern des Graf-Zeppelin-Gymnasiums
- Zirkusakademie, Trommelgruppe
- Diskussion mit Thomas Hoyer, Vorstand der Weltpartner eG in Ravensburg

Juni 2018 Carrotmob, Gemeinschaftsschule Schreienesch

Sept. 2018 Kaffeewette:  2.000 Tassen Kaffee werden am Samstag, 29. September bis 13 Uhr in Friedrichshafen getrunken

Okt. 2019 2. Rezertifizierungs-Feier beim verkaufsoffenen Sonntag mit Fairtrade-Bühne
- Schwerpunkt Fairtrade-Schulen
- Weitere Fairtrade Schulen dazugekommen:
- Droste-Hülshoff-Schule und Schreienesch-Schule
- Zeppelin Universität ist Faire Uni

Mai 2020 Weltladentag zum Lieferkettengesetz
- Fairtrade-Cafe virtuelle Veranstaltung der Zeppelin Universität

Okt. 2021 3. Rezertifizierung