Dienstag, 01. Dezember 2020

Erster Einsatz für den Winterdienst

Pünktlich zum Winterbeginn kam auch der erste Schnee und die Mitarbeiter der Städtischen Baubetriebe rückten aus, um die öffentlichen Straßen und Wege in Friedrichshafen von Schnee zu befreien.

Die Einsatzpläne dafür lagen bereits seit Oktober in der Schublade und die Fahrzeuge waren startklar. Im Baubetriebshof an der Rheinstraße ist außerdem ausreichend Streusalz eingelagert. Acht Räum- und Streufahrzeuge, fünf Schmalspurfahrzeuge und drei Kleintraktoren wurden mit Schneepflügen und Salzstreuautomaten ausgestattet. Die Städtischen Baubetriebe betreuen dabei ein Straßennetz von über 300 Kilometern.

Alles ist gerichtet: Die Salzsilos und die überdachten Lager in den Städtischen Baubetrieben sind mit 1.000 Tonnen Streusalz aufgefüllt. Dazu kommen 25 Tonnen Splitt, 25 Tonnen Splitt-Salz-Gemisch, 30.000 Liter Calciumchlorid-Lösung sowie 25 Tonnen Calciumchlorid-Flocken zur Feuchtsalzmischung.

Verteilt über das Stadtgebiet wurden an 72 Standorten Streugutkisten mit einem Splitt-Salz-Gemisch, insbesondere an Gefahrenstellen und Steigungen, aufgestellt. Das Splitt-Salz-Gemisch in den Streugutkisten dient in erster Linie den Handkolonnen der Städtischen Baubetriebe. Zudem können Kraftfahrer das Streumaterial als Anfahrtshilfe nutzen.

Im maschinellen Winterdienst wird fast ausschließlich Feuchtsalz FS 30 verwendet. „Feuchtsalz ist bei uns mit wenig Schnee und häufiger Glätte am wirksamsten, wirtschaftlicher und weist eine bessere Ökobilanz als Splitt auf. Zudem belastet der Einsatz von Feuchtsalz die Umwelt weniger und gewährleistet gleichzeitig ein hohes Maß an Verkehrssicherheit“, erklärt Frank Kahle, Leiter der Städtischen Bauverwaltung.

Um den Salzeinsatz zu minimieren, setzen die Städtischen Baubetriebe darauf, alle übergeordneten, verkehrswichtigen und gefährlichen Straßenabschnitte möglichst schnell vom Schnee zu räumen. In ökologisch besonders sensiblen Bereichen wie zum Beispiel auf der Uferparkpromenade wird ausschließlich Splitt gestreut. In Bereichen, die durch die Belagsbeschaffenheit, Eigenart oder Frequentierung eine besondere Gefahrenquelle darstellen können, wie zum Beispiel Überwege, Treppen, steile Rampen und an Bushaltestellen wird ein Splitt-Salz-Gemisch verwendet.

Räum- und Streuplan für den Wintereinsatz
Wenn es stark und anhaltend schneit und die Schneedecke mehr als drei Zentimeter beträgt, wird nach einem extra dafür konzipierten Räumplan gearbeitet. Bei Glätte und geringem Schneefall kommt der Streuplan zum Einsatz. In welcher Reihenfolge die Straßen geräumt werden, ist festgelegt. Dazu wurden die Straßen in drei Dringlichkeitsstufen eingestuft.

Werktags geht es um 4 Uhr los
Wenn es wie am Dienstag schneit, rücken die Mitarbeiter der Städtischen Baubetriebe wochentags um 4 Uhr aus. Ihr Einsatz endet um 22 Uhr. An den Wochenenden und an Feiertagen beginnt der Räum- und Streueinsatz eine Stunde später, also um 5 Uhr. Zudem ist ein 24-stündiger Bereitschaftsdienst eingerichtet. Zu dessen Aufgabe gehört es, sich über die Wettervorhersagen beim Deutschen Wetterdienst auf dem Laufenden zu halten. Außerdem werden an 15 besonders sensiblen Messpunkten in der Stadt die Straßenbedingungen um 3 Uhr und um 19 Uhr kontrolliert. Wenn es notwendig ist, können die Einsatzfahrzeuge innerhalb von 30 Minuten ausrücken. Kontrollpunkte sind Oberlottenweiler, Berger Steige, Raderach, Raderacher Straße (K7742) Röntgenstraße, Manzeller Brücke, Sonnenbergstraße, Unterführung St. Elisabeth, die Fußgängerzone Höhe Antonius-Eck, der Parkplatz Eckenerstraße sowie die Brücken Lindauer Straße, Paulinenstraße, Flugplatzstraße, Messestraße und Äußere Ailinger Straße.

Winterdienst in zwei Schichten
Im Winterdienst arbeiten die Mitarbeiter in zwei Schichten. In jeder Schicht sind 36 Mitarbeiter im Einsatz. Es werden acht Lastkraftwagen und Unimogs, fünf Schmalspurfahrzeuge, drei Kleintraktoren und sieben Mannschaftswagen eingesetzt. Öffentliche Straßen, Wege und Plätze sowie Radwege und Radfahrschutzstreifen werden von den Baubetrieben der Stadt geräumt und gestreut. Um ein möglichst zusammenhängendes und verkehrssicheres Radwegenetz zu erreichen, werden die gemeinsamen Geh- und Radwege weitestgehend von den Städtischen Baubetrieben geräumt.

Fahrzeuge am Straßenrand behindern Räumfahrzeuge
Probleme machen den Fahrern der Räum- und Streufahrzeuge immer wieder am Straßenrand abgestellte Kraftfahrzeuge. Gerade in besonders schmalen Wohngebietsstraßen gibt es für die mit sperrigen Räumschilden ausgerüsteten Fahrzeuge oft kaum ein Durchkommen. In solchen Fällen können die Straßen nicht geräumt werden.

Die Autofahrer sollten darauf achten, dass in jedem Fall eine Durchfahrtsbreite von mindestens drei Metern für den Räumdienst verbleibt“, erklärt Alexander Stein, Abteilungsleiter der Städtischen Baubetriebe. Bei der maschinellen Räumung entstehen am Straßenrand Schneeanhäufungen. Eine gänzliche Vermeidung ist technisch nicht möglich.

Information zu den Dringlichkeitsstufen:

Dringlichkeitsstufe 1
Zu den Straßen der Dringlichkeitsstufe 1 gehören besondere Gefahrenstellen und sämtliche in geschlossener Ortslage verlaufende Bundesstraßen und andere vorrangige Straßen. Straßen in denen Linien- und Schulbusse fahren sowie alle verkehrswichtigen Hauptverbindungen zu den einzelnen Ortsteilen gehören ebenfalls in die Dringlichkeitsstufe 1. Diese werden von den Mitarbeitern der Städtischen Baubetriebe als erstes bearbeitet.

Dinglichkeitsstufe 2
In die Dringlichkeitsstufe 2 eingestuft sind weitere wichtige Straßen wie die Hauptzubringerstraßen zu den Wohngebieten. Erst wenn die Straßen der Dringlichkeitsstufen 1 und 2 geräumt sind und der Verkehr reibungslos verläuft, werden die Straßen der Dringlichkeitsstufe 3 geräumt.

Dringlichkeitsstufe 3
Zu dieser Kategorie zählen alle Straßen mit geringer Verkehrsbedeutung insbesondere Nebenstraßen in Wohngebieten.

Bei dauerhaft starkem Schneefall werden zunächst ausschließlich die Straßen der Dringlichkeitsstufe 1 und 2 geräumt bis der Verkehr wieder weitestgehend reibungslos verläuft, während die Straßen der Dringlichkeitsstufe 3 vorläufig unberücksichtigt bleiben müssen.